Der zweite Abend der Reise

Blick aus dem Salamis Bay Conti Hotel

Wir brechen heute schon gegen 19:00 Uhr zum Abendbuffet auf. Nachdem wir uns gestern so beeilen mussten, unser Abendessen einzunehmen, freuen wir uns darauf, heute ausgiebig die Speisenangebote inspizieren zu können und in aller Ruhe unsere Mahlzeit zu genießen. Nachdem wir mit dem Bus zurückgekehrt waren von dem reichen Tag voller interessanter Eindrücke, hatte ich noch das hoteleigene Hallenbad aufgesucht und war ein paar Runden in badewannenähnlicher Wassertemperatur geschwommen. Es wäre vermutlich angenehmer gewesen, im Meer zu schwimmen. Eine andere Gruppenteilnehmerin, die ich morgen näher kennenlernen werde und die von Bert später nur noch Kampfschwimmerin genannt werden wird, hat es schon am allerersten Abend gewagt, im Meer zu baden. Auf dem Weg zurück ins Hotelzimmer hatte ich mir das Buffet schon angeschaut. Eine überwältigende Vielfalt an Speisen wird auf unzähligen langen Buffettischen angeboten: Hähnchenfleisch in Curry, gegrillte Makrele, eine Hackfleischkreation, dazu tausenderlei Teigwaren, Gemüsezubereitungen, Kartoffelgerichte, Reis, Teignudeln, Salate in mindestens zehn Variationen, verschiedene Schafskäsesorten, Oliven, Tomaten, Humus, Bulgursalat und viele andere Spezialitäten, deren Namen ich leider nicht kenne. Das Nachspeisenbuffet ist auch wieder unermesslich reichhaltig. In kleinen Gläschen und Schüsselchen lachen den Gast unzählige süße Kreationen an. Daneben werden Pralinen und Kuchen angeboten, Schokoladenmousse und Früchtecremes. Wer es lieber herzhaft möchte, hat die Auswahl zwischen einer Vielzahl von Käsesorten.

Als wir den Speisesaal betreten, sind noch viele Plätze frei. Wir wählen heute nicht einen von den kleinen Zweiertischen, sondern setzen uns an einen freien Achtertisch. Wir möchten damit signalisieren, dass man sich uns gerne zugesellen darf. Lange Zeit kommt niemand, den wir kennen. In der Ferne sehen wir Andreas und Bert durch den Speisesaal gehen. Sie sehen uns leider nicht. Schließlich setzen sich Personen aus anderen Reisegruppen zu uns. Der Kellner ist sehr aufmerksam. Er kennt uns schon von gestern Abend. Unsere Getränke kommen prompt. Johannes erhält sogar unaufgefordert ein zweites Glas Weißwein. Es schmeckt uns alles hervorragend, was wir uns vom Buffet ausgewählt haben.

Nach dem Essen verlassen wir das Restaurant durch den Ausgang zum Meer. Dabei entdecken wir eine breite Holzterrasse, die offensichtlich zum Speisesaal gehört. Sie befindet sich unmittelbar über dem Hotelstrand. Man hört von hier aus das Meeresrauschen und sieht den gerade aufgegangenen Mond hell über dem Wasser leuchten. Wir hätten uns zum Essen auch hier hinsetzen können. Einige Tische sind auch tatsächlich besetzt. Allerdings ist die Abendluft schon recht kühl. Wir hätten vermutlich gefroren beim Essen. Wir spazieren noch ein wenig am Strand entlang und umrunden dann das Hotelgebäude, um zu erkunden, was es hier noch alles gibt. Schon bald stoßen wir auf einen zweiten Poolkomplex, der von Bungalows umgeben ist. Wir schlendern daran entlang bis wir wieder zum Haupteingang des Hotels gelangen. Ich überrede Johannes, noch mit mir in die Hotelbar einzukehren für einen Cocktail.

Wir betreten den Barbereich gleich neben der großen Eingangshalle und schauen uns erst einmal um. Es ist niemand zu sehen, den wir kennen. Schließlich lassen wir uns auf zwei bequemen Sesseln nahe der Theke nieder und bestellen uns einen Salamis-Cocktail und einen Blue-Dream, der allerdings sehr grün ist. Auf der Couch an der Wand uns gegenüber nimmt ein Mann Platz, der alleine ist. Er telefoniert die ganze Zeit mit zwei vorgehaltenen Händen und angestrengter Mine. Am Tisch hinter uns sitzt ein elegant gekleideter arabisch aussehender Herr mittleren Alters mit drei jungen Damen. Er ist in seinen Tabletcomputer vertieft, während die drei sich angeregt unterhalten. Als er schließlich nach langer Zeit sein Tablet weglegt, hängen die drei fortan nur noch an seinen Lippen. Darüber ärgere ich mich insgeheim. Wir bleiben eine ganze Weile in der Bar sitzen und beobachten das Geschehen um uns herum. Morgen werden wir von Andreas und Bert erfahren, dass es noch eine weitere Bar gibt, in der sie den Abend mit Livemusik verbracht haben. Sie befindet sich im ersten Obergeschoss. Schade, dass wir das nicht gewusst hatten.

Heute Nacht schließen wir vor dem Schlafengehen die Balkontür, um den Generator nicht so laut zu hören. Ich ziehe auch die Vorhänge zu, damit der Mond nicht so hell hereinscheint. Im Kleiderschrank finde ich sogar noch ein besseres Kopfkissen, aus dem nicht laut Luft herausströmt, wenn man sich darauf legt. Es wird eine gute Nacht werden heute.

Mondaufgang über dem Mittelmeer

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